4. Elternkongress von MIGELO
2010-10-13
Am 1. Oktober 2010 fand der vierte Elternkongress des Projektes MIGELO in Wuppertal unter dem Motto "Elternorganisationen: Netzwerke und Tandemprojekte zur Integration" statt.
Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer richtete ein erstes Grußwort an die über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses. Im Anschluss begrüßten Dr. Lothar Theodor Lemper (Geschäftsführender Vorsitzender der Otto Benecke Stiftung e.V.) und Ursula Schulz (Bürgermeisterin der Stadt Wuppertal) die Anwesenden. Oleg Markov (Konsul des Generalkonsulats der Russischen Föderation in Bonn) verlas eine Erklärung des Botschafters der russischen Föderation und wünschte dem Kongress und dem Anliegen der Veranstalter viel Erfolg.
MIGELO-Wuppertal
Ulrich Gensch (Geschäftsführer GESA Wuppertal) und Dr. Stefan Kühn (Beigeordneter der Stadt Wuppertal für Soziales, Jugend und Integration) präsentierten das neue Tandem MIGELO Wuppertal e.V., das demnächst seine Arbeiten aufnehmen wird und schilderten kurz die Situation von Migranten in der Stadt Wuppertal.
Projekt MIGELO
Dr. Jürgen Bärsch und Elena Borisova (beide von PHOENIX-Köln e.V.) machten die Teilnehmer mit den aktuellsten Entwicklungen des Projektes MIGELO ein Jahr nach dem Start vertraut und betonten, dass die Projektfortschritte die Erwartungen in vielen Bereichen übertreffen. So wurde das Projekt mittlerweile bundesweit in 10 Städten aktiv und hat bisher über eintausend Menschen erreicht. Die Kurse und Seminaren wurden bisher von 100 Migranten besucht, die sich dort zu Multiplikatoren weiterbilden lassen.
Hans Georg Hiesserich (Otto Benecke Stiftung e.V., Bonn) wies in seinem Beitrag nach, dass Migrantenselbstorganisationen ganz allgemein einen immer prominenteren Platz im Rahmen von Integrationsmaßnahmen einnehmen und dass damit eine Stärkung der Inhalte und eine Erweiterung der Kooperationsformen verbunden sind. MIGELO ist dafür ein gutes Beispiel.
Lisa Becker (PHOENIX-Köln e.V.) konnte verdeutlichen, dass viele der lokalen Bildungsmaßnahmen von MIGELO, die sich vorwiegend an Russischsprachige in vielen Städten richten, wichtige Beiträge zur Gewalt- und Kriminalprävention liefern. Das Spektrum reicht von der Aufklärung über die Risiken von Schulden und Drogen bis zur aktiven Stärkung der Erziehungskompetenzen von Eltern.
Auf der anschließenden Podiumsdiskussion mit José Povedano (Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband), Wladimir Weinberg (ehrenamtlicher Geschäftsführer BVRE), Dr. Stefan Buchholt (Bezirksregierung Arnsberg), Sergej Aruin (Vorstandsmitglied des BVRE), Nadeshda Streltschuk (Vorstandsmitglied des BVRE), Irina Kobyletski (Vorstandsmitglied des BVRE) wurden Wege diskutiert, wie eine Lobbyorganisation erfolgreich die Interessen von Eltern deutschlandweit vertreten kann.
Bundesverband der Russischsprachigen Eltern stellte sich vor.
Verschiedene Selbstorganisationen von Migranten haben eine eigene Lobbyorganisation gegründet und kooperieren künftig mit einheimischen Organisationen für eine bessere Bildung. Aus MIGELO heraus wurde 2010 der Bundesverband russischsprachiger Eltern (www.BVRE.de) gebildet. Der neue Zusammenschluss hat sich nicht weniger vorgenommen, als die Chancengleichheit von Migrantenkindern und –jugendlichen endlich vehement zu fordern und zu fördern. Die Initiatoren kommen aus dem gesamten Bundesgebiet. Auf dem Kongress stellten sich die zwölf Gründungsmitglieder mit ihrem neuen Programm vor, und weitere zwölf Organisationen und Einzelpersonen traten am Ende des Treffens dem Verband bei.
Mitglieder des BVRE
PHOENIX-Köln e.V., Köln
Deutsch-Russisches Hilfswerk zur Heiligen Alexandra e.V., Leipzig
AVP e.V. (Akzeptanz, Vertrauen, Perspektive), Düsseldorf
Deutsch-Russischer Kulturverein „Zentrum 2003“, Isernhagen
Club Dialog e.V., Berlin
BILINGUA e.V., Berlin
Istok e.V., Frankfurt am Main
ELFE e.V. (Deutsch-Russische Kulturschule), Saarbrücken
Ria Planet Russische Informationsagentur e.V., Dortmund
Phönix e.V., Mainz
Elterninitiative Harmonie e.V.i.G., München
Russische Gesellschaft NRW e.V., Düsseldorf
Russisch-Deutsches Kulturzentrum e.V., Nürnberg
Vergissmeinnicht e.V., Bad Wildungen
Kontakt e.V., Schwerin
Deutsch-Russischer Verein Celle e.V., Celle
Russisches Haus-Integration e.V., Karlsruhe
Integrationszentrum "Globus" e.V., Chemnitz
IKZ-Mettmann e.V., Mettmann
Applaus e.V., Wuppertal
3x3 e.V., Wuppertal
Integrations- und Kulturverein von Gehörlosen "Kraft der Stille" e.V., Wuppertal
Norddeutsches Koordinationsrat e.V., Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein
KNIZHNIK Internationale Buchhandlung, Frankfurt am Main
Markt der Möglichkeiten
Erstmals stellten über 40 Organisationen, die in Deutschland von russischsprachigen Migranten geführt werden und in den verschiedensten Projekten im Bereich Elternarbeit aktiv sind, sich und ihre Tätigkeiten auf einer Veranstaltung vor. So entstand ein authentisches Spiegelbild der derzeitigen Situation der Russischsprachigen in Deutschland. Daneben waren aber auch zahlreiche deutsche Projekte und Organisationen vertreten.
